Die Natur im Einklang mit der Burg

Der romanische Burggarten auf der Burg Plesse wurde von einem studentischen Arbeitsteam im Jahr 1987 aufgebaut. Geistiger Vater des Gartens ist Prof. Dr. Ulrich Willerding der Universität Göttingen, der als Botanikprofessor hauptsächlich im Bereich der Paläo-Ethnobotanik forscht. Seine Idee wurde vom Team unter der Leitung von Thomas Moritz in mehreren Wochen Arbeitsstunden umgesetzt.

Die Konzeption des Gartens ist so ausgelegt, dass hier ausschließlich Pflanzen präsentiert werden, die zwischen den Jahren ca. 780 und ca. 1250 in Schriftquellen Erwähnung finden oder als verkohlte oder inkohlte Samen archäologisch ergraben sind. Auf der Burg Plesse wurde 1989 ein Ofen ergraben, in dem Getreide und Wildfrüchte getrocknet worden sind. Der Ofen stammt aus der Zeit vor 1200, es fanden sich darin noch die Reste von über 30 verschiedenen Pflanzenarten.

Die Erweiterung des Gartens nach Süden hin ist in den 90er Jahren durchgeführt worden. Nach 2000 wurde die Anlage auch am Rosenbeet erweitert. Die Beete sind nach archäoligischen und zeichnerischen Befunden rekonstruiert worden. Die Präsentation bezieht sich auf Arzneipflanzen, Nahrungspflanzen, Zierpflanzen und Färberpflanzen.

Das Rosenbeet ist nicht voll in den romanischen Garten integriert, da dort auch Pflanzen vorkommen, die erst ab 1400 durch Schriftquellen belegt sind. Der Garten wird von Professor Willerding und seiner Assistentin Gisela Wolf im Auftrag des Vereins Freunde der Burg Plesse betreut.